Herbst
Und wieder ist der Nebel zurückgekehrt,
Dem der Sommer lang den Weg versperrt.
Er schleicht ums Haus ganz fest und dicht,
Ich schaue ihm ins Angesicht
Und erkenne: Es ist Herbst.
Die Bäume stehen ohne Blätter, ganz kahl,
Trist, traurig und allein,
Die Welt ist grau und trüb und leer,
Ganz ohne Sonnenschein.
Melancholie liegt in der Luft,
- Vorbei der schöne Sommerduft,
Die Welt ist ganz in sich gekehrt,
Sosehr der Sommer sich auch wehrt,
Es wird ihm leider nicht gelingen,
Die Freude uns zurückzubringen.
Und bald zieht Winter ein ins Land
Und macht die Herzen leer,
Umhüllt uns fest mit seiner Hand,
Kalt bläst der Wind von Böhmen her.
Doch sind wir Menschen mal geduldig
Und harren aus die Ewigkeit,
Dann kehrt von selbst und ohne zögern
Mit Freude ein die Sommerzeit.
12.10.1996
September
Noch wärmen uns
Die Sonnenstrahlen,
Die heiter durch den Himmel dringen,
Und die Landschaft sanft bemalen,
Die dem Sommer Ausdruck bringen,
Denn es ist September.
Doch manche Blätter sind schon rot
Und braun,
Und sie hängen tot
Im Zaun,
Dorthin hat der Wind sie geweht,
Vom Baum, der nah
Am Zaune steht,
So ist es im September.
Erntedank ist nicht mehr weit,
Allzuschnell vergeht die Zeit,
Der Sommer hat langsam Abschied
Genommen,
Die Landschaft ein neues Gesicht
Bekommen,
Im September
07.09.1997
Ein Herbsttag
Kommt alle raus,
Wir wollen Drachen steigen lassen,
Das Wetter ist so herbstlich, frisch und klar.
Hier schwebt schon einer oben in den Wolken,
Ein kleines Kind sagt: "Wunderbar..."
Sein Schwanz schein fröhlich uns zu grüßen,
Die wir dort unten stehen,
Festgewachsen mit uns´ren kleinen Füßen
Im herbstlich-kühlen Wehen.
Kinderlachen macht uns froh und frei,
Ganz so, als ob es unser schönstes Lachen sei,
Rotes Herbstlaub weht umher,
Es wird ganz sacht davongeblasen,
Ein Jäger geht mit dem Gewehr,
Er sucht sich einen fetten Hasen.
Die Drachen schweben hoch und höher
Ohne Sorgen,
Sie denken heute (lieber) nicht
An morgen.
Sie ziehen nur schweigsam einher,
Im abendlichen Sonnenschein,
Denn morgen, und das ist gewiß,
Kann alles wieder ganz anders sein.
29.10.1997
Wenn es Herbst wird
Gelb die Blätter, rot das Laub,
Jeden Tag, so fallen leise
Sie zu Boden, auf den Staub.
- Vor uns liegt die lange Reise
In die Stille, in die Ruhe,
Jeden Tag, so spüre ich,
Nimmt der Herbst auf seine Weise
Tage, die noch sommerlich.
Zirpt im Gras die letzte Grille,
Weht es kalten Wind daher,
Braucht man bald die warmen Schuhe
- Fällt der Abschied uns zu schwer?
Sehnt man sich nach Frühlingsbrisen,
Lebt man für den Augenblick.
Fröhlich-bunte Blumenwiesen
Kehren bald zu uns zurück.
26.09.1998
Spätherbst
Wie ein kalter Schauer,
Berührst Du wieder unser Land.
An jeder Backsteinmauer,
sieht man den Abdruck Deiner Hand.
Nun ist die Zeit gekommen,
Wo wieder Winter naht.
Hast alles uns genommen,
Bis auf die letzte Saat.
Die Vögel fliegen leise,
Bald sind wir ganz allein;
Sie gehen auf die Reise
Zum warmen Sonnenschein
Bald herrscht nur kühle Stille,
Bald ruht das ganze Land
Und nur Dein kalter Wille
Lenkt uns mit strenger Hand
14.11.1998
Wenn gelb die Blätter fallen
Wenn gelb die Blätter fallen,
Die gold´ne Sonne lacht,
Dann grüßt der Herbst uns wieder
Mit seiner ganzen Pracht.
Wenn gelb die Blätter fallen,
Ein Vogel leise singt,
Zieht Herbst in´s Land auf´s neue,
Der bunte Farben bringt.
Wenn gelb die Blätter fallen,
Dann sei nicht traurig, mein Kind
Und schaue, wie sie tanzen,
Im letzten warmen Wind.
Bald geht das Jahr zu Ende,
Das uns viel Glück gebracht,
Es naht der Winter leise,
Mit Eis und Schnee und Nacht.
Doch tief in uns´ren Herzen,
Dort strahlt das hellste Licht,
Der Sonnenschein des Sommers,
Der alles Eis zerbricht.
29.08.2002
Fortsetzung folgt - Philipp Bock